Termin der Beauftragten bei der der Deutschen Hochschule der Polizei
Die Beauftragte an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster
Termin der Beauftragten bei der der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) anlässlich der Fortbildung „Antisemitismus als Herausforderung für Polizei und Gesellschaft“
Am 19. Februar 2025 war die Beauftragte auf Einladung von Dr. Haydée Mareike Haass im Rahmen der Fortbildung „Antisemitismus als Herausforderung für Polizei und Gesellschaft“ der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in der Villa ten Hompel in Münster zu Gast. Die Veranstaltung richtete sich an Polizeibeamtinnen und -beamte in Führungspositionen sowie an Lehrende polizeilicher Bildungseinrichtungen. Ziel der Fortbildung war es, vertieftes Wissen über historische und aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus zu vermitteln sowie den Austausch über jüdisches Leben in Deutschland und gegenwärtige jüdische Perspektiven zu fördern. Neben Fachvorträgen umfasste das Programm auch Workshops und Exkursionsformate.
Für die Beauftragte war es eine besondere Gelegenheit, an diesem geschichtsträchtigen Ort über ihre Arbeit, ihre Perspektiven und die Herausforderungen im Umgang mit Antisemitismus zu sprechen. Gerade für Angehörige der Polizei, die täglich Verantwortung für Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und den Schutz von Minderheiten tragen, ist die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der eigenen Institution von zentraler Bedeutung. Geschichte ist nicht abgeschlossen – sie wirkt in die Gegenwart hinein und prägt das Verständnis von beruflicher Verantwortung und demokratischer Haltung.
Die Rolle der Polizei im Nationalsozialismus gehört zu den besonders sensiblen Kapiteln deutscher Polizeigeschichte. Die Polizei war nicht bloß Randakteurin, sondern ein wesentlicher Bestandteil des nationalsozialistischen Gewalt- und Vernichtungsapparates. Sie wirkte aktiv an Entrechtung, Deportationen und Morden mit und trug damit maßgeblich zur Stabilisierung des NS-Terrorregimes bei. Aus dieser historischen Verantwortung erwächst für die heutige Polizei eine besondere Verpflichtung zu Wachsamkeit, Selbstreflexion und demokratischer Haltung.
Vor diesem Hintergrund kommt der Polizei auch in der Gegenwart eine Schlüsselrolle zu: Sie ist Ermittlungsbehörde, Schutzinstanz, Ansprechpartnerin und gesellschaftliche Signalgeberin zugleich. Ihre Sensibilität und ihr Handeln entscheiden mit darüber, ob antisemitische Straftaten und Vorfälle erkannt, konsequent verfolgt und Betroffene wirksam geschützt werden.
Kontinuierliche Aus-, Fort- und Weiterbildung im Themenfeld Antisemitismus bleiben daher unverzichtbar. Die Initiative der Deutschen Hochschule der Polizei setzt mit dieser Fortbildung ein wichtiges und nachhaltiges Zeichen für die Stärkung demokratischer Verantwortung innerhalb der Polizei. Umso erfreulicher ist es, dass sich die Fortbildung künftig als feste Plattform für fachlichen Austausch, Vernetzung und die nachhaltige Auseinandersetzung mit Antisemitismus in Polizei und Gesellschaft etablieren soll.