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Ausstellungseröffnung „Gerettet auf Zeit – Kindertransporte nach Belgien 1938/1939“

11.07.2026

Ausstellungseröffnung „Gerettet auf Zeit – Kindertransporte nach Belgien 1938/1939“ – Transnationale Erinnerungsarbeit

Gruppenbild bei der Veranstaltung in der LV Brüssel

Gruppenbild anlässlich der Ausstellungseröffnung „Gerettet auf Zeit – Kindertransporte nach Belgien 1938/1939“ – Transnationale Erinnerungsarbeit in der NRW Landesvertretung bei der EU in Brüssel

Nachweis: ©Alain Bienenstock

Ausstellungseröffnung „Gerettet auf Zeit – Kindertransporte nach Belgien 1938/1939“ – Transnationale Erinnerungsarbeit 

 

Am 29. April 2025 wurde in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union die Ausstellung „Gerettet – auf Zeit. Kindertransporte nach Belgien 1938/1939“ in Kooperation mit der Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens in Brüssel vor einem zahlreiche internationalen Publikum feierlich eröffnet und damit in Zeiten wachsenden Antisemitismus ein wichtiger Zeichen für transnationale Bildungs- und Erinnerungsarbeit gesetzt.

Sylvia Löhrmann, Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur, betonte in ihrer Begrüßungsansprache, dass man die Erinnerung wachhalten müsse, um daraus für die Zukunft zu lernen. Dr. h.c. Katharina von Schnurbein, Koordinatorin der Europäischen Kommission zur Bekämpfung des Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens, unterstrich ebenfalls die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur und beklagte den nicht erst seit dem 7. Oktober 2023 um sich greifenden Hass gegenüber Jüdinnen und Juden.

Die Ausstellung, die bis zum 8. Mai 2025 in der NRW Landesvertretung in Brüssel gezeigt wurde, ist ein Projekt des Lern- und Gedenkorts Jawne in Köln. Sie widmete sich einem bislang wenig bekannten und deshalb umso wichtigeren Kapitel der NS-Zeit: Den Kindertransporten nach Belgien in den Jahren 1938/1939, mit denen rund 1.000 jüdische Kinder über Aachen und Herbesthal zunächst der Verfolgung im Deutschen Reich entkommen konnten. Bis die deutschen Besetzung Belgiens im Mai 1940 auch diesen Zufluchtsort zerstörte.

Anhand von Biografien, historischen Dokumenten, Kartenmaterial und Zeitzeugenberichten erzählte die Ausstellung von mutigen Helfern, jüdischen Hilfsorganisationen – etwa dem Israelitischen Waisenhaus in Dinslaken oder dem Provinzialverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Köln und von der Rolle Köln als zentralem Ausgangspunkt dieser Rettungsaktion.

Besonders eindrücklich und bewegend wurde die Veranstaltung durch das Gespräch sowie die Diskussion mit den Holocaustüberlebenden und Zeitzeugen Baronin Regina Sluszny- Suchowolski aus Antwerpen und Dr. Adolphe Nysenholc aus Brüssel, die diese mit ihrer Anwesenheit an diesem besonderen Abend ermöglichten. Beide sprachen über ihre Kindheitserfahrungen im Schatten von Flucht, Verstecken und dem Verlust der eigenen Familie und machten das erlittene persönliche Leid ebenso sichtbar wie den Mut derjenigen, die allen Widerständen zum Trotz halfen.

In seiner Abschlussbetrachtung würdigte der deutsche Botschafter in Belgien, Martin Kotthaus, in seinem Schlusswort den unermüdlichen Einsatz von Zeitzeuginnen und -zeugen wie Baronin Regina Sluszny-Suchowolski und Dr. Adolphe Nysenholc, die regelmäßig von den traumatischen Erfahrungen ihrer Kindheit berichten, um das Erinnern lebendig zu halten und kommende Generationen für die Gefahren von totalitären Regimen und Extremismus zu sensibilisieren. Der Botschafter betonte die besondere Verantwortung Deutschlands, das Gedenken an die Opfer wachzuhalten und unterstrich die Bedeutung grenzüberschreitender Bildungsarbeit. 

Moderiert wurde die Ausstellungseröffnung vom BRF (Belgischer Rundfunk) Journalisten Alain Kniebs