Besuch der Gedenkstätte Vogelsang und Ausstellungseröffnung „ #We RememberEifel “ – Innovative Erinnerungsarbeit mit regionalem Bezug
Am 18. Februar 2025 besuchte die Beauftragte in der NS-Gedenkstätte Vogelsang ein beeindruckendes Beispiel regionaler Erinnerungsarbeit: Die Ausstellung #WeRememberEifel.
Sie würdigte mit ihrem Besuch und in ihrem Grußwort ein regionales, von einer breiten lokalen Allianz getragenes Erinnerungsprojekt und eine innovatives Beispiel für lokale Erinnerungs- und Gedenkkultur.
Die Ausstellung #WeRememberEifel ist den Lebensgeschichten der jüdischen Bürgerinnen und Bürgern gewidmet, die in der Region um den Internationalen Platz Vogelsang in den Orten Gemünd, Kall und Hellenthal zu Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden.
So etwa das Schicksal der Familie Kaufmann, die in Gmünd ein kleines Kaufhaus hatte: Von den drei Söhnen Erich, Richard und Oskar überlebten nur zwei den Holocaust. Ihre Mutter Helene Kaufmann folgte den Söhnen nach Brasilien und schrieb einer Freundin nach dem Krieg Briefe, die dem Geschichtsforum Schleiden übergeben wurden.
Die Biographien wurden mit viel Leidenschaft recherchiert von Schülerinnen und Schülern der siebten und zehnten Klassen sowie Teilnehmer des letztjährigen Projektkurses Q1 der Schule des Johannes-Sturmius Gymnasiums in Schleiden, die im Rahmen der Ausstellungseröffnung mit die Ergebnisse ihrer Projektarbeit vorstellten und die projektbegleitend sowie bei der Ausstellungseröffnung von ihren engagierten Lehrerinnenteam unterstützt wurden.
Anstoß für die Arbeiten der Schüler gaben die Stolpersteine, die in den Orten der Region an Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus deportiert und ermordet wurden.
Sylvia Löhrmann lobte die Arbeit Schülerinnen und Schüler. Sie betonte in ihrer Rede zur Eröffnung der Ausstellung, dass man aus der Vergangenheit für jetzt und die Zukunft lernen könne: „Wir haben keine Schuld, aber wir tragen Verantwortung. Die Jugendlichen haben die Geschichte von Familien erforscht, die ganz normal in der Region gelebt haben und nur wegen ihres Glaubens verfolgt und ermordet wurden.“
#WeRememberEifel versteht sich als eine dauerhafte Initiative, um gemeinsam mit den verschiedensten Akteuren in der Region Erinnerungskultur zu gestalten. Das Projekt soll fortgesetzt und um weitere Biographien erweitert werden.
Die Beauftragte ließ sich außerdem bei ihrem Besuch in Vogelsang von Geschäftsführer Thomas Kreyes das Gelände zeigen und informierte sich über die Bildungs- und Präventionsangebote der NS-Gedenkstätte für junge Menschen.
ASB NRW beim #WeRemberEifel Schülervortrag in der NS-Gedenksätte Vogelsang