Die Delegation an der Klagemauer in Jerusalem
Foto: © Landtag NRW/Melanie Zanin
Die Beauftragte begleitete den Präsidenten des nordrhein-westfälischen Landtags, André Kuper auf vom 31. Oktober bis 3. November 2025 auf seiner Reise nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete als Mitglied seiner sechsköpfigen Delegation, zu der auch der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Mitglied des Vorstands der Synagogen-Gemeinde Köln, Abraham Lehrer, zählte.
Anlass für die Reise waren eine Einladung des Staates Israel sowie von Angehörigen von Opfern und Geiseln des Terrorangriffs der Hamas vom 7. Oktober 2023. Einen besonderen Höhepunkt für die Delegation bildete der Empfang im Amtssitz des israelischen Staatspräsidenten in Jerusalem Jitzchak Herzog, bei dem der Landtagspräsident den israelischen Staatspräsidenten einlud, vor dem nordrhein-westfälischen Landtag zu sprechen.
Als Geschenk überreichte André Kuper dem Präsidenten zwei handsignierten Arbeiten des Künstlers Günther Uecker aus einer Mappe, die dieser der von den Nationalsozialisten verfolgten Jüdin Lilli Marx gewidmet hatte, die nach Kriegsende und Holocaust gemeinsam mit ihrem Mann Karl in Düsseldorf die Jüdische Allgemeine Zeitung gründete.Die Witwe des Künstlers und sein Sohn hatten die beiden Werke mit dem Titel „Israel“ und „Mal“ als Gastgeschenk zur Verfügung gestellt.
Landtagspräsident André Kuper beim Überreichen des Gastgeschenks an den israelischen Staatspräsidenten Jitzchak Herzog
Foto: © Landtag NRW/Melanie Zanin
Bei seinem Besuch im Amtssitz des israelischen Staatspräsidenten in Jerusalem machte der Landtagspräsident deutlich: „Mit unserem Besuch zeigen wir: Nordrhein-Westfalen und sein Parlament stehen zur besonderen deutsch-israelischen Geschichte. Die Beziehungen unserer Länder sind unvergleichbar und unauflöslich. Wir stehen verlässlich zu Israel, wie wir es seit Konrad Adenauer und Ben Gurion immer getan haben. Wir hoffen und bangen seit dem 7. Oktober 2023 in besonderer Weise mit den Menschen in Israel. Mit dem Ende der Geiselnahme ist das Leid bei den Opfern und ihren Angehörigen nicht beendet. Wir werden auch dieses Leid nie vergessen.“
Beim Besuch des Reformationsgottesdienst 31. Oktober kam es in Jerusalem zu einem Eklat, als Bischof Sani Ibrahim Azar in seiner Predigt unreflektiert vom „ Völkermord an den Palästinensern“ sprach. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. Adelheid Ruck-Schröder, reagierte direkt im Gottesdienst, in dem sie in ihrem Grußwort das Leid beider Seiten adressierte und zugleich klarstellte, dass es nicht angemessen sei, den Ausgangspunkt dieses Leides, den 7. Oktober 2023, den barbarischen Überfall der Hamas auf Israel und das größte Massaker an Jüdinnen und Juden seit dem Holocaust unerwähnt zu lassen.
In einem nachfolgenden gemeinsamen Pressestatement ordnete die Delegation den Vorfall ein und distanzierte sich in deutlichen Worten von den einseitigen Äußerungen des Bischofs:
„Die Delegation des Landtags ist entsetzt über die im Gottesdienst genutzte Wortwahl. Auslöser des Krieges in der Region war der brutale Überfall der Hamas-Terroristen am 7. Oktober 2023 auf die israelische Bevölkerung. Die Delegation fährt zum Gedenken unter anderem zum Gelände des Nova-Music Festivals. Auf ihrer Reise hört die Delegation vom Leid auf beiden Seiten des Konflikts und war sowohl in den Palästinensischen Gebieten als auch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Von der Einseitigkeit des im Gottesdienst Gesagten distanzieren wir uns - gerade als deutsche Delegation - ausdrücklich.“
Besonders bewegend war für die Delegation der Besuch in der Gedenkstätte Yad Vashem und das Gedenken an die Opfer des Holocaust dort. Im anschließenden Gespräch mit dem Vorsitzenden von Yad Vashem machte sich der Präsident des Landtags für die auch von der Beauftragten unterstützte Initiative zur Eröffnung einer Yad Vashem Bildungsstätte in Nordrhein-Westfalen stark.
Die Degation in Yad Vashem
Foto: © Landtag NRW/Melanie Zanin
Die Delegation setzte ihre Reise mit einem Besuch in den Palästinensischen Gebieten fort und besuchte das christliche Dorf Taybeh im Westjordanland, um sich dort in Gesprächen u.a. mit Geistlichen und dem Bürgermeister von Taybeh über die aktuelle Situation in den Palästinensischen Gebieten im Kontext des Friedensprozesses zu informieren.
Besuch in den Palästinensischen Gebieten
Foto: © Landtag NRW/Melanie Zanin
Am Folgetag stand der Austausch mit jungen Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen / Friedensdienste in der Beit Ben Yehuda - ASF-Begegnungsstätte im Mittelpunkt, bevor die Delegation am Folgetag zu einem stillen Gedenken an die Opfer des Terroranschlags vom 7. Oktober 2023 auf dem Nova-Music-Festival-Gelände aufbrach (Vergleich mit Berichts Passage) . Zu den besonderen Momenten der Reise zählte auch ein ein Gespräch mit dem deutschen Botschafter in Israel, Steffen Seibert. Ein Besuch im Israel Büro des Landes Nordrhein-Westfalen in Tel Aviv rundete das Reiseprogramm ab.
Die Delegation an der Gedenkstätte auf dem Gelände des Nova-Festivals
Foto: © Landtag NRW/Melanie Zanin