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Eine „Jüdische Zeitreise durch den kölschen Fastelovend“ mit den Kölsche Kippa Köpp vun 2017 e.V.

14.08.2026
Aaron Knappstein und Sylvia Löhrmann

Kölsche Kippa Köpp Präsident Aaron Knappstein und Sylvia Löhrmann

Shalom und Alaaf in der NRW Landesvertretung beim Bund: Eine „Jüdische Zeitreise durch den kölschen Fastelovend“ mit den Kölsche Kippa Köpp vun 2017 e.V.

Die Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin bot am 6. November 2025, kurz vor dem karnevalistischen Sessionsbeginn am 11.11., den Rahmen für eine außergewöhnliche Veranstaltung, die jüdisches Leben in Nordrhein-Westfalen, den Karneval und Erinnerungskultur miteinander verband.

Sylvia Löhrmann wies in ihrer Rede auf das jähe Ende hin, dass diese karnevalistischen Aktivitäten mit Beginn der Verfolgung der kölschen Jüdinnen und Juden durch das NS-Terrorregime fanden und unterstrich die Notwendigkeit, sich dies wenige Tage vor dem 9. November, an dem landesweit in Gedenkveranstaltungen an die Schrecken und die Verbrechen der Pogromnacht von 1938 sowie an die Opfer des NS-Terrorregimes erinnern wird, zu vergegenwärtigen. 

Sie betonte, wie außergewöhnlich ein jüdischer Karnevalsverein deshalb heute sei und würdigte das wichtige, starke und sichtbares Zeichen für die Solidarität der Kölner Karnevalsfamilie mit den Jüdinnen und Juden in ihrer Stadt, das mit der Solidaritätskundgebung vor der Kölner Synagoge durch die Kölner Karnevalsgesellschaften kurz nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023, dem schlimmsten Massaker an Jüdinnen und Juden seit dem Holocaust, gesetzt wurde.

Der Präsident der Kölsche Kippa Köppp‘ unterstrich in seinen einführenden Worten, dass die Recherche zu den damaligen Künstlerinnen und Künstlern und die Arbeit gegen das Vergessen ein besonderer Schwerpunkt des Vereins sei und zur Identität der Kippa Köpp die Balance zwischen Karneval feiern, einer lebendigen Erinnerungskultur und dem Zeigen eines modernen jüdischen Lebens gehöre.

Die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung, unter ihnen auch der Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein, führte nach der Begrüßung durch die Beauftragte und den Präsident der Kölsche Kippa Köpp vun 2017 e.V., Aaron Knappstein, eine musikalische „Jüdische Zeitreise durch den kölschen Fastelovend“. Moderiert von Aaron Knappstein und dem Kölsche Kippa Köpp Vorstandsmitglied Volker Scholz-Goldenberg präsentierten Schauspielerin Susanne Kamp und Schauspier Michael Klevenhaus musikalisch begleitet vom Kölner Ensemble Schängs Schmölzje einem begeisterten Publikum aus Politik, Gesellschaft, Diplomatie, Wirtschaft, Presse und Karnevals“jecken“ aus anderen Bundesländern und der Bundeshauptstadt Lieder, Texte und Lebensläufe jüdischer Karnevalstars.

Die Veranstaltung machte deutlich, wie sehr jüdische Kölnerinnen und Kölner  Ende des 19. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Künstlerinnen und Künstler beliebt und in den Vereinen sehr aktiv waren – und fest in die Karnevalstraditionen und Karnevalsfamilie der Stadt Köln integriert waren. 

Die Kölsche Kippa Köpp vun 2017 e.V. sind z.Z. der einzige jüdische Karnevalsverein weltweit und sehen sich in der Tradition des 1922 gegründeten "Kleinen Kölner Klub", der bis in 1930er Jahre aktiv im Kölner Karneval war. Nur wenige Mitglieder überlebten damals den NS-Terror. Erklärtes Ziel des Vereins ist es, deutlich zu machen, dass Kölner Juden immer Teil des vielfältigen karnevalistischen Lebens waren und zugleich den Fastelovend wieder stärker in die jüdische Gemeinde tragen. 

Nähere Informationen zum Verein und seinen Veranstaltungen können Sie seiner Homepage entnehmen: https://kippakoepp.koeln/ 

 

Die Beauftragte am Rednerpult
Die Veranstaltung mit den Kölsche Kippa Köpp
Das Vereinswappen der Kölsche Kippa Köpp vun 2017 e.V.