Melden Sie sich:

Sie haben persönliche Erfahrungen mit Antisemitismus gemacht oder sind Zeuge eines Vorfalls geworden?

Vorfall melden

Führung „Die Bezirksregierung Düsseldorf als ehemalige NS-Täterbehörde"

11.07.2026

Teilnahme der Beauftragten an der Führung „Die Bezirksregierung Düsseldorf als ehemalige NS-Täterbehörde – Verbrechen, Kontinuitäten, Aufarbeitung“ am 13.01.2025. 

Am 13. Januar 2025 nahm die Beauftragte gemeinsam mit dem Regierungspräsidenten der Bezirksregierung Düsseldorf, Thomas Schürmann, im Anschluss an einen konstruktiven Austausch an der Führung „Die Bezirksregierung Düsseldorf als ehemalige NS-Täterbehörde – Verbrechen, Kontinuitäten, Aufarbeitung“ teil.

Die von Sabine Mansour, Christiane Pflug-Schimmel und Stella Hoppmann konzipierte und durchgeführte Führung setzt sich kritisch mit der Rolle des damaligen Regierungspräsidiums während der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Anhand historischer Dokumente, Fotografien und ausgewählter Täterbiografien wird aufgezeigt, wie die Behörde aktiv in die Umsetzung nationalsozialistischer Verbrechen eingebunden war. Dabei wird insbesondere die Verantwortung einzelner Mitarbeitender und Entscheidungsträger hervorgehoben und deutlich gemacht, dass Verwaltungshandeln maßgeblich zur Durchsetzung der NS-Ideologie beitrug.

Besonders eindrücklich verdeutlicht die Führung, wie Unterstützung von Folter, Verfolgung und Mord nüchtern, routiniert und in bürokratisch-verwaltungssprachlicher Form innerhalb von Verwaltungsstuben pflichtbewusst „abgearbeitet“ wurde. Gerade für Angehörige des öffentlichen Dienstes macht die Führung auf beklemmende Weise nachvollziehbar, welche Verantwortung staatlichen Institutionen und individuellem Verwaltungshandeln in einer Demokratie zukommt. Gerade vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass das heutige Berufsethos des öffentlichen Dienstes und die Bindung an die freiheitlich-demokratische Grundordnung keine bloßen Formalien sind. Sie verlangen im täglichen Verwaltungshandeln Haltung, Verantwortungsbewusstsein und demokratische Wachsamkeit.

Thematisiert werden zudem die enge Zusammenarbeit mit der zeitweise im selben Gebäude untergebrachten Gestapo, Formen von Widerstand innerhalb von Verwaltung und Gesellschaft sowie personelle und institutionelle Kontinuitäten in der Nachkriegszeit. Auch die Entnazifizierungsprozesse und die spätere Funktion der Bezirksregierung als Entschädigungsstelle für NS-Unrecht werden kritisch eingeordnet.

Die gemeinsam mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf entwickelte Führung leistet einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen Bildungsarbeit und zur Erinnerungskultur des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie verdeutlicht eindrücklich die Bedeutung einer kritischen Auseinandersetzung mit Täterperspektiven, institutioneller Verantwortung und den Kontinuitäten staatlichen Handelns.

 

Die öffentlich zugängliche Führung stößt auf großes Interesse und ist stark nachgefragt. Sie kann weiterhin gebucht werden und ist insbesondere für Verwaltungen, Bildungseinrichtungen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Demokratie- und Erinnerungsarbeit sehr empfehlenswert.