Stellungnahme der Beauftragten des Landes für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur, Staatsministerin a.D. Sylvia Löhrmann zur geplanten Versteigerung von NS-Dokumenten durch ein Neusser Auktionshaus:
„Das Ansinnen, so eine Auktion durchführen zu wollen, ist unsäglich. Insofern ist es richtig, dass die geplante Auktion von NS-Dokumenten abgesagt wurde.
Sich an dem größten Menschheitsverbrechen und dem Leid der Menschen zu bereichern, wäre geschichtsvergessen und an Pietätlosigkeit kaum zu überbieten gewesen. Solche Zeugnisse des Holocaust gehören in Gedenkstätten und Archive. Sie sind wichtige Zeitzeugnisse und für die Erinnerungsarbeit von großer Bedeutung, denn sie verdeutlichen, wie menschenverachtend die Ideologie der Nationalsozialisten war. Die Dokumente sind teilweise mit höchstpersönlichen Details der Opfer versehen, sodass geschaut werden sollte, ob Nachfahren gefunden werden könnten, um ihnen die Dokumente zu überlassen.
Ich bin allen zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen dankbar, dass sie zurecht schnell und öffentlichkeitswirksam auf den Vorgang aufmerksam gemacht haben. Auch die politischen Ebenen haben alle ihre Möglichkeiten genutzt und konnten so die Absage der Auktion erreichen.